Filmkritik: DRACULA
Nach der Pfingstpause letzte Woche geht’s wieder weiter mit der Sexy-Beasts-Reihe – allerdings anders als geplant: anstatt dem vorgesehenen Film „Ten Rillington Place“, der nicht rechtzeitig eingetroffen ist, gabs den Hammer-Klassiker „Dracula“ von 1958 mit Christopher Lee und Peter Cushing. Ich fass mich hier nur ganz kurz, wer eine ausführlichere und vor allem fundiertere Kritik möchte kann ja warten, bis Oliver mit seiner „Dracula vs Frankenstein“-Reihe weitermacht, diese Verfilmung dürfte dort als nächstes dran kommen (ahja, jetzt ist sie da).
Regisseur: Terence Fisher
Musik: James Bernard
Darsteller: Peter Cushing, Cristopher Lee, Michael Gough
Crew: Jimmy Sangster (screenplay)
Erscheinungsjahr: 1958
STORY
Jonathan Harker (John Van Eyssen) bewirbt sich als Bibliothekar bei Graf Dracula (Christopher Lee) – in Wirklichkeit will er aber den Vampir töten. Er schafft es auch eine Geliebte Draculas aus dem Weg zu räumen, doch Dracula tötet ihn und flieht selbst in die Stadt, wo er sich an Harkers Verlobten rächen will. Vampirforscher Dr Van Helsing (Peter Cushing) setzt alles daran, Draculas Terror ein Ende zu setzen.
REVIEW
Diese Dracula-Verfilmung hat mich weniger beeindruckt, als man bei so einem Klassiker eigentlich erwarten könnte – andererseits bin ich auch wirklich nicht die Person, die man bei Dracula-Filmen um ihre Meinung fragen sollte, bei „Vampir“ denk ich als allererstes an „Tanz der Vampire“ (Musical und Film) und „From Dusk Till Dawn“ und dann „Interview with a Vampire“ und dann vielleicht auch mal an Dracula.
Obwohl der Film nicht lang ist (82 Minuten) weist er die meiste Zeit ein eher gemächliches Tempo auf. Eine gruselig-düstere Atmosph
äre wird zwar ganz ordentlich aufgebaut, so richtige Spannung kommt aber nicht auf, erst zum Finale kommt dann eine Ladung Schwung in die Sache. Das Finale trumpft dazu auch noch mit ziemlich schicken Effekten auf, so dass man doch ziemlich zufrieden aus dem Film geht.
Wenig überzeugen konnte mich die Musik von Hammer-Hauskomponist James Bernard – die war einfach zu übertrieben. Ich versteh ja, dass die Vorstellungen von Filmmusik damals anders waren als heute, und vielleicht hätte es schon geholfen, wenn der Ton im Hörsaal besser gewesen wäre – aber wenn jede Horrorszene mit aufgedrehter, dramatischer Musik erstickt wird, kann da kein Grusel aufkommen. Aber es scheint damals gut angekommen zu sein, sonst hätte Bernard nicht für den Rest seines Lebens weiter Scores zu Horrorfilmen geschrieben.
Ein großer Pluspunkt des Films sind dagegen die Schauspieler, denen man wirklich gerne zusieht. Peter Cushing trägt den Film spielend mit seinem charismatisch-strengen Van Helsing und Christopher Lee ist ein großartiger Dracula, wird allerdings für meinen Geschmack viel zu wenig eingesetzt – man hätte dem großen Schreckensfürsten hier wirklich mehr Szenen geben können
und ihn nicht nur ein paar Mal drohend in irgendwelchen Türen stehen lassen. Michael Gough gibt sympathischen und kraftvollen Support, während John Van Eyssen zwar nicht lang dabei ist, aber recht schnuffig (auch wenn seine Tagebuch-Voiceovers eher billig wirken). Ein paar Frauen sind natürlich auch dabei, aber die müssen hauptsächlich kreischen oder Dracula mit großen Augen anstarren.
[btw: mir ist hier mal wieder aufgefallen, wie stark in meinem Kopf Peter Cushing mit Star Wars verknüpft ist – ich mach mir deswegen jetzt etwas Sorgen für den Fall, dass ich mal die Doctor-Who-Filme mit Cushing sehe. Da droht dann das Fangirl-Zentrum in meinem Hirn zu implodieren…]
Nun, für Dracula-Fans und Freunde der Hammer Horror Filme ist dieser Dracula sicher sehr lohnend, für Leute wie mich eher weniger. Mehr Dracula gibt’s in meiner Sexy-Beasts-Reihe übrigens am 9.06., da wird Francis Ford Coppolas “Bram Stoker’s Dracula” gezeigt, ich denke, dass diese Verfilmung dann eher meinen Sehgewohnheiten entspricht.
Posted in Dracula |
September 22nd, 2006 at 5:07 pm
Evacuate? In our moment of triumph?
Wenn Cushing unser heutiges Bild von ihm schon zu seiner Hammer-Zeit gekannt hätte, hätte er sich damals nicht so viele Sorgen um Typecasting-Gefahren machen müssen *g*
September 23rd, 2006 at 1:31 am
Auch wenn ich mit den Hammer-Filmen aufgewachsen bin, habe ich bei Cushing auch immer zunächst A New Hope vor den Augen, den Moment, in welche man ihn noch einmal sieht, bevor der Todesstern in die Luft fliegt…
September 23rd, 2006 at 3:17 am
“Entliebt” triffts nicht wirklich, aber zur Zeit bin ich wirklich nicht allzu enthusiastisch was Bollywood betrifft. Es gibt kaum aktuelle Projekte in Bollywood, die mich wirklich interessieren, und momentan fällt die Wahl zwischen irgendeinem Bollywoodfilm oder britischem Zeugs meist gegen Bollywood aus - was zum Teil auch daran liegt, dass demnächst meine Anglistik-Zwischenprüfung ansteht, und es wohl diesbezüglich besser ist meinen Kopf mit Englisch anstatt Hindi zu füllen.
Aber ich will Bollywood hier im Blog sicher nicht ganz einschlafen lassen - und ich versprech auch für morgen eine Musikreview von Thoda Pyaar Thoda Magic *g*
September 23rd, 2006 at 4:21 am
Hi Maria,
hast du dich eigentlich etwas “entliebt” was Bollywood angeht? Bin immer ganz enttäuscht wenn ich herkomme und wieder nichts zu diesem Thema finde.